Leben mit den Geistesgaben – eine Entdeckungsreise durch die Kirchengeschichte

Rubrik: Erweckungsgeschichte – Langfassung als Bonusmaterial im Internet.

“Denn euch und euren Kindern gilt diese Verheißung!”

(Apg 2,39a)

Leben mit den Geistesgaben – eine Entdeckungsreise durch die Kirchengeschichte

Teil 7: “Leben im Geist” in schweren Verfolgungszeiten (3. Jh.)

Das dritte Jahrhundert der Kirchengeschichte ist von immer neuen Wellen massiver

Christenverfolgung durch den römischen Staat geprägt. Das ändert sich erst, als 313 mit

Konstantin der erste Christ auf den römischen Kaiserthron kommt und die Christen

bewusst unter den Schutz des Staates stellt.

Parallel zu diesen schlimmen Verfolgungszeiten – also mitten im Kampf – entwickelt und

konsolidiert sich die Kirche und ihre Theologie. Drei “Säulen” prägen die Christenheit im 3.

Jh.: die Formulierung eines klaren, verbindlichen Glaubensbekenntnisses

(Taufbekenntnis), die Festlegung des neutestamentlichen Kanons (welche Schriften gelten

als “Richtschnur” und Maßstab des Glaubens?), die Festigung des hierarchischen

Bischofsamtes (die Bischöfe leiten in der Nachfolge der Apostel die einzelnen

Kirchenprovinzen und sind dazu mit allen Vollmachten ausgestattet).

In der Theologie ist das Schwerpunktthema bis ins vierte Jahrhundert hinein, also für rund

zweihundert Jahre, die Entwicklung der Lehre von der Dreieinigkeit Gottes. Die Quellen

bezeugen ein intensives Nachdenken über die Person des Heiligen Geistes im

Zusammenhang der Trinität Gottes – über Geistesgaben im speziellen wird aber kaum

geredet. Das heißt aber nicht automatisch, dass das charismatische Leben erloschen sei.

Im Gegenteil haben wir wohl auch in Bezug auf das “Leben im Geist” mit einer strengen

Arkandisziplin zu rechnen: über Dinge, die dem getauften Gläubigen selbstverständlich

waren, redete man nicht öffentlich – und eine Belehrung über Glaubensbekenntnis,

Abendmahlsfeier und Geistempfang erfolgte erst unmittelbar zur Taufe bzw. nach der

Taufe! Die Katechumenen, die Taufbewerber, waren deshalb auch von der zweiten Hälfte

des Gottesdienstes (mit Glaubensbekenntnis, Eucharistiefeier und Schluss-Segen)

ausgeschlossen. Wenn man die allgemein geübte Arkandisziplin einkalkuliert, entdeckt

man in den Quellen eben doch Glaubenszeugnisse über das Geistwirken. Dafür im

Folgenden einige Beispiele:

Ein nötiger Exkurs zuvor: die altkirchlichen Hintergründe der Konfirmation

In den Kirchen mit vorwiegender Kindertaufpraxis ist die Konfirmation

1

üblich – als

nachträgliches “ja” zur im (Klein-)Kindesalter erfolgten Taufe, als öffentliches Bekenntnis

zu Jesus Christus als dem Herrn, als Fürbitte der Gemeinde für die jungen Christen in

ihrer Mitte, als Segenszuspruch. In den evangelischen Landeskirchen Deutschlands ist

leider heute vielerorts die Konfirmation verflacht zu einem bloßem “Passageritus”, einer

Feier zum Erwachsenwerden, einer “kirchlichen Jugendweihe” also. Dass ein

Schwerpunkt der Konfirmation die Bitte um den Heiligen Geist ist, ist heute leider auch

weithin vergessen. Noch in der Konfirmationsordnung der Evang. Kirche in Westfalen von

1963 war als maßgebliche Schriftlesung für die Konfirmation Apg 8,12.14-17 vorgesehen

und auch im ausformulierten Fürbittgebet wurde bewusst um den Heiligen Geist für die

Konfirmanden gebetet

2

. In den aktuellen Gottesdienstordnungen in der Evangelischen

Kirche in Deutschland sind zwar immer noch die Lieder “Nun bitten wir den Heiligen Geist

1

Das lateinische Wort “(con)firmare” meint das Festmachen des Glaubens und die Befestigung im Glauben.

In der Römisch-Katholischen und der Orthodoxen Kirche ist der Begriff “Firmung” für die Konfirmation üblich.

2

Agende für die Evangelische Kirche der Union. II. Band: Die kirchlichen Handlungen. Evang. HauptBibelgesellschaft zu Berlin, 1964. S. 64 und 68. In anderen Landeskirchen war diese Lesung aus Apg 8 nicht

vorgesehen und auch die Gebetstexte blieben deutlich blasser. um den rechten Glauben allermeist”

3

oder “O komm, du Geist der Wahrheit”

4

empfohlen

5

.

Aber nirgendwo kommt bei den zahlreichen Vorschlägen für die Schriftlesungen Apg

8,12.14-17 vor, nirgendwo ist ein Gebet um den Empfang des Heiligen Geistes

vorgeschlagen. Welch traurige Verarmung in der EKD

6

!

In der Römisch-Katholischen Kirche vollzieht immer ein Bischof die Firmung, und zwar mit

Handauflegung und anschließender Chrisam-Salbung

7

und dem Segenszuspruch “Nimm

hin den Heiligen Geist!”

8

. Der anglikanische Pfarrer Dennis Bennett, einer der geistlichen

Väter des charismatischen Aufbruchs um 1960 in den USA, bezeugt mehrfach

9

, dass

Neukonfirmierte spontan nach der Einsegnung in neuen Sprachen gebetet haben – ohne

darüber Bescheid zu wissen, was die Gnadengabe des Sprachengebets überhaupt ist.

Welche altkirchlichen Hintergründe hat das alles?

In Apg 8 erfahren wir: Da sind neubekehrte/wiedergeborene Christen, die inzwischen auch

getauft sind. Aber der Geist Gottes “war noch auf keinen von ihnen gefallen” (V. 16a). Die

beiden Apostel Petrus und Johannes kommen zur Visitation nach Samaria und beten für

diese neugewonnenen Christen um den Geistempfang. “Da legten sie die Hände auf sie,

und sie empfingen den Heiligen Geist.” (V. 17) Ähnliches lesen wir in Apg 19 von zwölf

Männern, die der Apostel Paulus im Glauben unterweist, tauft und anschließend unter

Handauflegung einsegnet: “Und als Paulus die Hände auf sie legte, kam der Heilige Geist

auf sie, und sie redeten in Zungen und weissagten.” (Apg 19.6)

Später haben die Bischöfe in der Amtsnachfolge der Apostel diese “Firmung” vollzogen.

Dieser Ritus will praktisch in sakramentaler Form die Erfahrung der “Taufe im Heiligen

Geist” übertragen

10

. Im dritten Jahrhundert finden wir – trotz Arkandisziplin! – die ersten

Berichte darüber.

Tertullian

11

(geboren nach 150 in Karthago / gestorben nach 220)

12

haben wir in der letzten Folge im Zusammenhang mit dem Montanismus bereits kurz

erwähnt. Der Sohn eines heidnischen Offiziers war nach seinem Studium ein

redegewandter, exzellenter Rechtsanwalt in Karthago. Nach seiner Bekehrung widmete er

sich vor allem als Apologet der Verteidigung des christlichen Glaubens sowie der

katechetischen Unterweisung. Er war der erste Kirchenlehrer, der in Latein schrieb, und

3

Lied 124 im Evangelischen Gesangbuch (von 1993), gedichtet 1524 von Martin Luther.

4

Lied 136 im Evangelischen Gesangbuch, gedichtet 1833 von Philipp Spitta.

5

Konfirmation. Agende für evangelisch-lutherische Kirchen und Gemeinden und für die Evangelische Kirche

der Union. Band III. (Teilband 6) Neu bearbeitete Ausgabe 2001. Verlagsgemeinschaft “Evangelisches

Gottesdienstbuch”: Berlin, 2001. S. 159. (Das Lied wird mit folgendem Votum eingeführt: “Wer im Glauben

bleiben und in der Gemeinde leben will, braucht die Hilfe des Heiligen Geistes. Deshalb bitten wir für

unsere … Konfirmanden: …” – Ähnlich ist es auf S. 168 auch für Erwachsenenkonfirmationen

vorgeschlagen.)

6

Der aktuelle Stand in der Evangelisch-Methodisten Kirche in Deutschland (die in Kirchengemeinschaft mit

der EKD steht) ist mir leider nicht bekannt.

7

Chrisam ist gesegnetes Salböl, das seit der Zeit des Alten Testamentes als Zeichen für die Erfüllung mit

Gottes Geist und Seinen Gaben gilt.

8

Die “Charismatische Erneuerung” in der Römisch-Katholischen Kirche redet deshalb auch gern von “FirmErneuerung”, wenn sie von der Erfüllung mit dem Heiligen Geist spricht.

9

Dennis und Rita Bennett. Der Heilige Geist und Du. Leuchter-Verlag: Erzhausen, 1973 (5. Auflage 1979).

S. 23-24. – Bennett zitiert auf S. 23 auch eine Aussage des anglikanischen Gebetsbuchs im Zusammenhang

mit Apg 8,14-17: “Die Kirche nimmt die Handauflegung oder Konfirmation vor, wobei … ich die stärkenden

Gaben des Heiligen Geistes empfange.”

10

Vgl. auch: Bennett, a.a.O., S. 23.

11

Wer sich intensiver mit Tertullian beschäftigen möchte, dem sei außer den in den Fußnoten genannten

Büchern vor allem folgende Literatur empfohlen:

 Hans von Campenhausen, Tertullian. In: Martin Greschat (Hrsg.). Gestalten der Kirchengeschichte.

Band 1: Alte Kirche I. (Paperback-Ausgabe) W. Kohlhammer GmbH: Stuttgart – Berlin – Köln, (1984) 1993.

S. 97ff – der Autor lehrte Kirchengeschichte, Patristik und Neues Testament an der Universität Heidelberg.

12

Genaue Lebensdaten sind nicht bekannt. prägte so entscheidend alles spätere theologische Denken im Westen, besonders auch in

der Lehre von der Dreieinigkeit Gottes, vom Wesen Christi und vom Heiligen Geist. “… er

hat uns auf lateinisch die angemessene Sprache gegeben, um dieses große Geheimnis in

Worte fassen zu können …”

13

Wohl nach 207 hat sich Tertullian der montanistischen

Erweckungsbewegung

14

zugewandt, deren bibeltreue Ethik ihm besonders imponierte.

Über Tertullians hohe Meinung betreffs charismatischen Lebens bei den Montanisten

haben wir schon in der vorherigen Folge gesprochen.

In seinem berühmten Buch “Über die Taufe”

15

redet Tertullian mehrfach über den Empfang

des Heiligen Geistes durch die Firmung. Er verweist auf das Vorbild der Taufe Jesu, wo

der Geist Gottes in Fülle in Gestalt einer Taube auf Jesus herabkam16

, und fährt fort:

“Nicht daß wir im Wasser [gemeint ist die Taufe / Vogt] den Heiligen Geist erlangten,

sondern wir werden im Wasser unter dem Engel gereinigt, für den Heiligen Geist

vorbereitet. … auf diese Weise ebnet auch der Taufengel dem nachkommenden

Heiligen Geiste die Wege durch Abwaschung der Vergehungen, welche

Abwaschung durch den Glauben, der im Vater, Sohn und Heiligem Geiste

untersiegelt ist, erlangt wird.”

17

Das wegen der Arkandisziplin verwendete Kürzel “untersiegelt”

18

ist ein Fachausdruck für

die direkt auf die Taufe folgende Firmung. Der Geistempfang erfolgt also nicht schon bei

der Wassertaufe, sondern erst anschließend! Danach wird – wie rund zwei Jahrzehnte

später bei Hippolyt – von einer direkt nach der Taufe erfolgten Salbung zum “allgemeinen

Priestertum” gesprochen (Kap. 7) und schließlich heißt es in Kap. 8:

“Danach folgt die Handauflegung, womit durch einen Segensspruch der Heilige

Geist herbeigerufen und eingeladen wird.”

Wenige Sätze später wird noch einmal an die “Taube des Heiligen Geistes” bei der Taufe

Jesu erinnert. Mit den Stichworten “Danach … Handauflegung” ist aufgrund der

Arkandisziplin wieder der ganze Ritus der bischöflichen Firmung mit Handauflegung und

Chrisamsalbung und Kreuzeszeichen über der Stirn gemeint.

Tertullian schließt sein Buch über die Taufe mit der zweimaligen dringenden Bitte an alle

Neugetauften:

“Erfleht euch vom Vater, erbittet euch vom Herrn die besondere Gabe seines Erbes,

die Zuteilung von Charismen. Bittet, sagt er, und ihr werdet empfangen. So habt ihr

nun gesucht und gefunden, habt angeklopft, und es ist euch geöffnet worden.”

19

Die Charismen hoffte “man offensichtlich in einer normalen gesunden Ortsgemeinde zu

finden. … Wenn die Charismen zum normalen Leben der gewöhnlichen Ortsgemeinde

gehören, ist ein Gebet darum ein naheliegender Gegenstand der Ermahnung. … wenn

Menschen nicht darum wissen, … dann werden solche Gaben sehr wahrscheinlich nicht in

13

Benedikt XVI. Kirchenväter und Glaubenslehrer. Die Großen der frühen Kirche. Sankt Ulrich Verlag GmbH:

Augsburg, 2008. S. 47 (Kapitel “Tertullian”). – Mit dem “Geheimnis” ist das Dogma von der Dreifaltigkeit

Gottes gemeint.

14

Die Langzeitwirkungen von Tertullians Zuwendung zum Montanismus erörtert Kilian McDonnell ausführlich

im Kapitel “Tertullian: Montanismus und widerstrebende Kündigung der Communio” in: Kilian McDonnell /

George T. Montague. Eingliederung in die Kirche und Taufe im Heiligen Geist. Belege aus den ersten acht

Jahrhunderten. Vier-Türme-Verlag: Münsterschwarzach, 1998. S. 149ff.

15

“De Baptismo”, geschrieben kurz nach 200, also noch in seiner “katholischen” Lebensphase. Deutsche

Übersetzung in der “Bibliothek der Kirchenväter” (= BKV) online unter http://www.unifr.ch/bkv/kapitel89.htm .

Die folgenden Zitate folgen der Übersetzung der BKV.

16

De Baptismo, Kap. 6. Vgl. Mt 3,16 / Mk 1,10 / Lk 3,21-22 / Joh 1,32-33.

17

Kap. 6. Kursive Hervorhebungen – auch bei den folgenden Tertullian-Zitaten – durch K.Vogt.

18

Vgl. unten Fußnote 29!

19

De Baptismo, Kap. 20 (in der Übersetzung von Kilian McDonnell, a.a.O., S. 143 – kursive Hervorhebung

von K.Vogt.) Die BKV bringt folgende Übersetzung: “… so erflehet Euch vom Vater, so erbittet Euch vom

Herrn die Schätze der Gnade und die Erteilung der Geistesgaben. ‚Bittet’, heißt es, ‚und ihr werdet

empfangen’. Denn Ihr suchtet und habt gefunden; Ihr habt angeklopft und es ist Euch aufgetan worden.” –

Tertullian erinnert hier zugleich an die Zusage Jesu in Luk 11,9-13.der Kirche wirksam.”

20

. Wir können also von Tertullian lernen, dass eine klare

Unterweisung der Gemeinde über die Charismen

21

auch heute eine wichtige Aufgabe ist!

Auch in seiner Schrift “Von der Auferstehung des Fleisches”, Kap. 8, ist chiffriert vom

Geistempfang durch Handauflegung, Salbung und Kreuzeszeichen bei der Firmung

geredet.

“An Scapula” (einen hohen römischen Staatsbeamten) schreibt der Rechtsanwalt

Tertullian eine Verteidigungsschrift für verfolgte Christen. Darin erwähnt er beiläufig:

“Wie sind doch viele Männer von Rang und Namen (um gar nicht erst von

gewöhnlichen Menschen zu sprechen) von Dämonen befreit und von Krankheiten

geheilt worden.”

22

Und als Beweis führt er einige bekannte Namen von Persönlichkeiten der Stadt an.

Hippolyt vom Rom (um 170 – 235)

Neben Tertullian ist es vor allem Hippolyt, der in seinen Kirchenordnungen

23

und in seiner

Schrift “Apostolische Überlieferung über Gnadengaben”

24

ausführlich die gottesdienstliche

Praxis seiner Zeit schildert. Hippolyt, Schüler des Irenäus von Lyon, stritt als ein

konservativer Theologe kräftig gegen die eingerissene Laxheit seiner Kirche, wurde darum

217 zum Gegenbischof in Rom (“Gegenpapst”

25

) und starb als Märtyrer in Sardinien.

Hippolyt bezeugt uns, wie nach erfolgter Taufe die Neugetauften aus der Taufkapelle in die

Kirche geführt werden und dort einzeln vom Bischof unter Handauflegung und mittels

Chrisamsalbung gefirmt werden

26

. Dabei heißt es u.a.:

“Mache sie auch würdig, mit Heiligen Geist erfüllt zu werden. Sende in sie Deine

Gnade

27

, daß sie Dir dienen nach Deinem Willen.”

Die aufgrund der Arkandisziplin verkürzte Sprachformel “Gnade” meint wohl die

Charismen, die in 1Kor 12,8-10 genannten “Gnadengaben”, mit denen der einzelne Christ

in seiner Gemeinde dienen soll

28

– oder schließt sie wenigstens mit ein. Der Firm-Ritus

schließt mit der “Versiegelung” an der Stirn

29

, einem Kuss

30

und einem Segenswort.

In seinen Kirchenordnungen erwähnt Hippolyt auch am Rande das “Charisma der

Krankenheilung”

31

und an anderer Stelle bezeugt er von den Kranken in der Gemeinde:

“Nicht selten erholt er sich von seiner Krankheit, wenn der Bischof … über ihm

betet.”

32

20

Kilian McDonnell, a.a.O., S. 145 und 146.

21

Vgl. 1Kor 12,1!

22

Tertullian. Ad Scapulam. Kap. 4 (zitiert nach: John Wimber / Kevin Springer. Vollmächtige Evangelisation.

Gerth Medien GmbH: Hochheim, 2000. S. 148). – In der BKV online unter: http://www.unifr.ch/bkv/kapitel95-

3.htm .

23

Lateinisch: “Canones” (deutsche Übersetzung in der “Bibliothek der Kirchenväter” online veröffentlicht

unter http://www.unifr.ch/bkv/kapitel2684.htm ). Im Vorwort heißt es: “Dieses sind die Canones der Kirche mit

den Vorschriften, welche Hippolytus, der oberste Bischof von Rom, nach den Verordnungen der Apostel

aufgeschrieben hat im heiligen Geiste, der aus ihm redete.” (kursive Hervorhebung von K.Vogt)

24

Die “Traditio Apostolica” ist in der online-BKV leider nicht in deutscher Übersetzung verfügbar. Der

griechische Urtext der Schrift ist weithin verloren, dafür gibt es lateinische, koptische, arabische und

äthiopische Übersetzungen aus altkirchlicher Zeit. Wichtige liturgische Gebetstexte daraus sind noch heute

im aktuellen “Römischen Messbuch” enthalten und werden regelmäßig im katholischen Gottesdienst

verwendet.

25

Wegen dieses Schismas hat Papst Benedikt XVI. in seiner berühmten Vortragsreihe 2007/2008 über die

Kirchenväter den Hippolyt nicht erwähnt. (Vgl. Fußnote 13.)

26

Traditio Apostolica, Kap. 46,6+7. Die deutsche Übersetzung findet sich in: Karsten Bürgener. Die

bischöfliche Konfirmation oder Das Sakrament der Endzeit. Plädoyer eines lutherischen Pastors für die

heilige Firmung. (Selbstverlag:) Bremen, 1993. S. 40-41.

27

Kursive Hervorhebung durch K.Vogt.

28

Vgl. 1Kor 12,7!

29

Damit ist das Kreuzeszeichen gemeint, mit dem der Gefirmte bezeichnet wird – in der altkirchlichen

Literatur oft erwähnt. Der Sprachgebrauch “versiegelt” erinnert deutlich an 2Kor 1,22 / Eph 1,13; 4,30.

30

Vgl. auch Röm 16,16 / 1Kor 16,20 / 2Kor 13,12 / 1Thess 5,26.

31

Hippolyt. Canon 8.

32

Dgl., Canon 24.Das Zeugnis des Hippolyt erfuhr in der Alten Kirche weite Anerkennung und wurde von

zahlreichen späteren Kirchenvätern übernommen und in andere Sprachen

33

übersetzt. Um

das Jahr 350 greift Bischof Cyrill von Jerusalem (315 – 387) in seinen “Mystagogischen

Katechesen”

34

ausführlich auf Hippolyt zurück – und streicht ebenfalls die besondere

Wichtigkeit der Firmung als sakramentalen Geistempfang heraus.

Origenes

35

(185 – 254)

ist als Sohn des (202 als Märtyrer gestorbenen) Theologiedozenten Leonides in der

spätantiken Bildungsmetropole Alexandria geboren und beschäftigte sich schon von

frühester Kindheit an mit intensivem Bibelstudium36

. Bereits als Achtzehnjähriger wird er

der Vorsteher der Katechetenschule von Alexandria. Er gilt als der “großartigste Gelehrte”

der Alten Kirche und als “Theologe von außerordentlicher Breitenwirkung”

37

– auf ihn und

seine über 300 (!) Bücher und hunderte Homilien (Predigten) berufen sich Rechtgläubige

wie Häretiker. Um 400 rühmt ihn Hieronymus (der Bibelübersetzer ins Latein) wegen

seiner “breiten Schriftgelehrsamkeit”

38

, zu der auch exzellente Hebräischkenntnisse

gehörten. Origenes lehrte, dass das Fundament aller von der Weisheit des Heiligen

Geistes geprägten Theologie die Erklärung der Heiligen Schrift sei. Namhafte

Fachgelehrte urteilen darüber heute:

“Es ist der Heilige Geist, der uns … die Einheit der Schrift in ihrer Verschiedenheit

verstehen läßt.”

39

“Zusammen mit Prophetie stehen die Charismen der Weisheit, der Erkenntnis und

der Glaubens im Dienste der Kirche, und zwar im Rahmen »einer

Forschungstheologie«, die nach der Bedeutung der Heiligen Schrift sucht …”

40

In Analogie zu Jesu Taufe und Geistempfang am Jordan (also enge Verbindung von

Wasser- und Geisttaufe!) sieht Origenes “das Prinzip und die Quelle der göttlichen

Charismen”

41

an die Taufe gebunden, und zwar “durch die machtvolle Herabrufung der

anbetungswürdigen Dreifaltigkeit”

42

– weil damit auch die Gottheit des Heiligen Geistes

herabgerufen wird. Origenes sieht als Bestätigung an: “… der Geist kam in einer

offenkundigen Weise auf die Getauften herab.”

43

Origenes schreibt nicht ausdrücklich über

Firmung, Das hat seinen Grund neben der Arkandisziplin darin, dass die Firmung damals

33

Siehe Fußnote 24!

34

Unterweisungen über Firmung und das “Leben im Geist” und über das Heilige Abendmahl – eines der

Hauptwerke des Cyrill.

35

Über Origenes’ Leben wissen wir vor allem aus den umfangreichen Berichten des Eusebius in seiner um

324 abgeschlossenen Kirchengeschichte. Wer sich intensiver mit Origenes beschäftigen möchte, dem sei

außer den in den Fußnoten genannten Büchern vor allem folgende Literatur empfohlen:

 Kapitel “Origenes – Leben und Werk” und “Origenes – seine Lehre über das Gebet und das allgemeine

Priestertum”, in: Benedikt XVI. Kirchenväter und Glaubenslehrer. Die Großen der frühen Kirche. Sankt

Ulrich Verlag GmbH: Augsburg, 2008. S. 34ff./41ff.

 Henry Chadwick, Origenes. In: Martin Greschat (Hrsg.). Gestalten der Kirchengeschichte. Band 1:

Alte Kirche I. (Paperback-Ausgabe) W. Kohlhammer GmbH: Stuttgart – Berlin – Köln, (1984) 1993. S. 134ff

– der Autor lehrte Kirchen- und Dogmengeschichte an der Universität Cambridge/England.

 Eusebius von Caesarea. Kirchengeschichte. (Herausgegeben von Heinrich Kraft, übersetzt von Philipp

Haeuser.) Wissenschaftliche Buchgesellschaft: Darmstadt. 2012

6

. S. 276ff. (= Band VI) – dort allein 15

Kapitel über Origenes.

36

Eusebius. Hist. eccl. 6,1+2.

37

Kilian McDonnell, a.a.O., S. 191.

38

Hieronymus. Über berühmte Männer. Kap. 54 – zitiert nach: Kilian McDonnell, a.a.O., S. 181.

39

Benedikt XVI., a.a.O., S. 189.

40

Kilian McDonnell, a.a.O., S. 192.

41

Origenes. Über Johannes. 6,33 (aus dem Kommentar über das Johannesevangelium) – zitiert nach: Kilian

McDonnell, a.a.O., S. 176 (in der Online-BKV sind leider nur wenige Origenes-Schriften deutsch verfügbar.)

42

Ebd.

43

Ebd. – kursive Hervorhebung durch K.Vogt. Vorher hat Origenes auf die in der Apostelgeschichte

genannten Vorbilder verwiesen – vgl. Apg 2,4.11; 8,17; 10,44-46; 19,6. Das “offenkundig” weist auf spontan

aufbrechende Charismen hin, die den Geistempfang begleiteten.sofort nach der Taufe erfolgte – also in einem zusammenhängenden Ritus, wie wir von

Tertullian und Hippolyt wissen.

In seiner Schrift “Über die Prinzipien” (einer zusammenfassenden Glaubenslehre) bezieht

sich Origenes zwölfmal ausdrücklich

44

auf die Charismenliste des Paulus in 1Kor 12 und

zeigt damit indirekt an, dass in seiner Zeit der rege (gottesdienstliche) Gebrauch der

Charismen eine gute Selbstverständlichkeit war.

Der US-amerikanische Patristik

45

-Professor Kilian McDonnell, engagiert zugleich in der

“Charismatischen Erneuerung” der katholischen Kirche, fasst seine Forschungsergebnisse

zusammen:

“[Es] … ist klar, daß Origenes die ganze paulinische Bandbreite von Charismen im

Blick hat, die prophetischen eingeschlossen. Obwohl er … Charismen der

Heilung … anerkennt, obwohl er häufig auf die vollständige paulinische Liste der

Charismen in 1Kor 12 zurückkommt, konzentriert er sich doch besonders auf die

erkenntnishaften Charismen: das Wort der Weisheit, das Wort der Erkenntnis und

Glaube.”

46

Bei dem allen dürfen wir nicht vergessen: Origenes schreibt in massiven

Verfolgungszeiten (wo die bedrängten Christen besonders der Kraft des Heiligen Geistes

bedurften).

Cyprian

47

von Karthago (um 210 – 258)

wurde in einer wohlhabenden heidnischen Familie geboren. Nach seiner Bekehrung und

Taufe im Jahr 245 widmete er sich intensivem Bibelstudium und wird bereits kurz danach

zum Diakon und dann zum Presbyter ordiniert. Von 248 an bis zu seinem Märtyrertod

leitete er als Bischof die Geschicke seiner nordafrikanischen Kirchenprovinz in der Zeit

zweier heftiger Christenverfolgungen (250-251 unter Kaiser Decius, 257-258 unter Kaiser

Valerian). Sein theologisches Denken ist neben der Bibel wesentlich von Tertullian

geprägt, seinerseits beeinflusste er seinen berühmten späteren nordafrikanischen

Kollegen Augustin (354 – 430). Vor allem in Cyprians zahlreichen Briefen

48

finden wir

Hinweise auf den Geistempfang, z.B.:

“Ferner wird niemand durch Handauflegung geboren, bei der er den Heiligen Geist

empfängt, sondern in der Taufe, und den Geist empfängt der schon Geborene.”

49

Wieder haben wir eine klare Unterscheidung zwischen Wassertaufe und Firmung (hier wie

auch sonst mit dem Stichwort “Handauflegung” gemeint).

“Der Täufling muß auch gesalbt werden, damit er durch den Empfang des Chrisam,

das ist durch die Salbung, ein Gesalbter Gottes sein und Christi Gnade in sich

haben könne.”

50

Das Kürzel “Gnade” meint nach damaligem Sprachgebrauch aufgrund der Arkandisziplin

wieder die Charismen, die Gnadengaben des Heiligen Geistes! (Die Adressaten dieses

Synodenbeschlusses wussten natürlich, was gemeint war.)

44

Einzelnachweis bei: Kilian McDonnell, a.a.O., S. 186.

45

Patristik bzw. Patrologie (“Väterlehre”) ist eine Spezialdisziplin der Kirchengeschichtsforschung, die sich

mit Leben, Wirken und Lehre der Kirchenväter, der altkirchlichen Kirchenlehrer, auseinandersetzt und sie für

heute fruchtbar zu machen sucht.

46

Kilian McDonnell, a.a.O., S. 192 – kursive Hervorhebung durch K.Vogt.

47

Wer sich intensiver mit Cyprian beschäftigen möchte, dem sei außer den in den Fußnoten genannten

Büchern vor allem folgende Literatur empfohlen:

 Kapitel “Der Hl. Cyprian von Karthago”, in: Benedikt XVI. Kirchenväter und Glaubenslehrer. Die Großen

der frühen Kirche. Sankt Ulrich Verlag GmbH: Augsburg, 2008. S. 51ff.

 Ulrich Wickert. Cyprian. In: Martin Greschat (Hrsg.). Gestalten der Kirchengeschichte. Band 1: Alte

Kirche I. (Paperback-Ausgabe) W. Kohlhammer GmbH: Stuttgart – Berlin – Köln, (1984) 1993. S. 158ff. –

der Autor lehrte Kirchengeschichte an der Kirchlichen Hochschule Berlin.

48

Deutsche Übersetzung in der BKV online unter: http://www.unifr.ch/bkv/kapitel1941.htm .

49

Cyprian. 74. Brief, Kap. 7. Kursive Hervorhebungen – auch bei den folgenden Cyprian-Zitaten – durch

K.Vogt.

50

Dgl., 70. Brief – mit einem Bericht über die Bischofssynode in Karthago 255 zum “Ketzertaufstreit”. “Diejenigen, die in der Kirche getauft werden, bringt man vor die Vorsteher

51

der

Kirche, und durch unser Gebet und unsere Handauflegung erlangen sie den

Heiligen Geist und die Vollendung durch das Siegel

52

des Herrn.”

53

Cyprian, der unter seinen Gemeindegliedern zahlreiche Märtyrer hatte, sieht einen

deutlichen Zusammenhang zwischen der “Stirnversiegelung” bei der Firmung und der

Standhaftigkeit in den damaligen Christenverfolgungen, wenn er schreibt:

“… die mit dem Zeichen Gottes versehene reine Stirne

54

konnte nicht die Krone des

Teufels

55

tragen, sondern bewahrte sich auf für die Krone des Herrn

56

.”

57

In seinem aufschlussreichen Buch über die “bischöfliche Konfirmation” führt Karsten

Bürgener über ein Dutzend Beispiele

58

aus mehreren Jahrhunderten der Alten Kirche an,

wo Märtyrer bei der Folter völlig schmerzfrei waren und mit großer Gelassenheit und

sieghafter Glaubenszuversicht in den Märtyrertod gingen. Diese bewegenden Zeugnisse

erwähnen in der Regel, dass die Märtyrer sich in Erinnerung an ihren Geistempfang an der

Stirn bekreuzigten. Zum Schluss bringt Bürgener zum Vergleich auch ein Beispiel von

Christenverfolgung in Äthiopien im Jahr 1980, wo eine junge Frau die Folter schmerzfrei

überlebte.

Novatian (geboren um 200 – um 258 Märtyrertod),

Presbyter in Rom, während der decischen Verfolgung 251 von der sittenstrengen Partei

der Gemeinde in Rom zum Gegenbischof eingesetzt, hat eine ausführliche theologische

Abhandlung über die Trinität verfasst. Darin schreibt er in Kap. 29 über den Heiligen Geist

und seine Gnadengaben:

“Dieser ist es, der der Kirche Propheten gibt, der Lehrer unterweist, der die Gabe

der Glossolalie

59

lenkt, der Kräfte und Heilungen verleiht, der Wunder vollbringt, der

die Gabe der Geisterunterscheidung schenkt, der Regierungsgewalt gewährt, Rat

gibt und der alle anderen Gaben, die zu den »Charismen« gehören, ordnet und

zuteilt und auf diese Weise die Kirche Jesu überall und in allem zur Vollkommenheit

führt und sie vollendet.”

60

Das Zitat liest sich wie ein kurzer Kommentar zu 1Kor 12,8-10.

Die Beispiele zeigen: Auch im 3. Jahrhundert war es noch allgemeingültige Erfahrung im

“normalen Leben der gewöhnlichen Ortsgemeinde”

61

, dass sich der Geistempfang in

praktizierten Charismen manifestiert! Selbst die härtesten Kritiker des Montanismus

erkannten an, dass die prophetischen Charismen bis zum Wiederkommen Jesu bestehen

müssen, wie der antike Kirchenhistoriker Eusebius zu berichten weiß.

62

Und gerade in

Verfolgungszeiten brauchen die Gläubigen dringend den Beistand des Heiligen Geistes.

51

Gemeint sind die Bischöfe.

52

Gemeint ist – wie bei Hippolyt und Cyrill – die sakramentale Stirnsalbung mit Kreuzeszeichen.

53

Cyprian. 73. Brief, Kap. 9.

54

Wieder ist das bei der Firmung mit Salböl vollzogene Kreuzeszeichen an der Stirn gemeint. Vgl. Bürgener,

a.a.O., Kap. 11 “Versiegelte Stirnen”. S. 114-123.

55

Bei den Weihrauch-Götzenopfern vor den Kaiserbildern trug man damals einen Kranz als Kopfschmuck.

(Vgl. 1Kor 11,4!)

56

Vgl. Offb 2,10b.

57

Cyprian. Über die Gefallenen (De Lapsis). Kap. 2 (in der Übersetzung von Bürgener, a.a.O., S. 129) – Die

BKV übersetzt: “Eure durch Gottes Zeichen geschützte, reine Stirne konnte unmöglich die Krone des Teufels

tragen: nein, für des Herrn Krone erhielt sie sich würdig.” – BKV online: http://www.unifr.ch/bkv/kapitel2022-

1.htm .

58

Bürgener, a.a.O., Kap. 12 “Firmung und Martyrium”. S. 124-133.

59

Griechischer Fachbegriff für Sprachengebet (“glōssa” = Zunge, Sprache / “lalein” = sprechen) – vgl. Apg

2,4.

60

Novatian. De Trinitate. Kap. 29 – zitiert nach: John Wimber, a.a.O., S. 149.

61

Vgl. Fußnote 20.

62

Eusebius. Hist. eccl. Band V, Kap. 17,4 (a.a.O., S. 261). Eusebius beruft sich dabei auf Eph 4,11ff und

1Kor 12,7.Deshalb wird von Autoren des 3. Jh. auch – trotz Arkandisziplin – erstmalig die Firmung

als sakramentale Form des Geistempfangs erwähnt.

Klaus Vogt

Zum Autor:

Pfarrer i.R. Klaus Vogt war als Student durch seine Familie anticharismatisch geprägt. Um

der Sache auf den Grund zu gehen, schrieb er im Studium eine Seminararbeit über die

“Geschichte der Pfingstbewegung in Deutschland”. Dem Heiligen Geist hat es Jahre viel

Mühe gemacht, wie K. Vogt selbst sagt, seine Vorurteile zu überwinden. Seitdem weiß er,

dass theologisches Umdenken eine sehr schmerzliche Form von Buße ist. Seit seiner

Geisttaufe engagiert er sich in der “Geistlichen Gemeindeerneuerung der Evang. Kirche”

(GGE). Er war zuletzt lutherischer Pfarrer in der Evang. Kirche der schlesischen

Oberlausitz. Heute lebt er in der Hansestadt Demmin in Vorpommern.

Seit dem Eintritt in den Vorruhestand ist er ehrenamtlich als Dozent für Kirchengeschichte

am Martin Bucer Seminar (einem Netzwerk bibeltreuer Studienzentren in D, A, CH, CR

und Türkei) tätig. Er forscht z.Zt. über das Praktizieren der Geistesgaben im Laufe der

Kirchengeschichte.

Klaus Vogt ist verheiratet mit der Kirchenmusikerin und Katechetin Annerose Vogt, er hat

drei erwachsene Söhne und acht Enkel.

E-Mail-Kontakt: rev.klaus.vogt@web.de

Published: October 31, 2012, 09:23 | 2 Comments on Leben mit den Geistesgaben – eine Entdeckungsreise durch die Kirchengeschichte
Category: ROSARY 4 z Bishop, RoseOil, teaching

2 responses to “Leben mit den Geistesgaben – eine Entdeckungsreise durch die Kirchengeschichte”

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